Obligatorische Wassertropfen fotografieren

Irgendwann im Leben eines engagierten Hobbyfotografen ist der Zeitpunkt gekommen. Er oder sie muss den Tatsachen ins Auge sehen und sich der Aufgabe annehmen, einen Wassertropfen zu fotografieren. Ob man will oder nicht.


Gestern war es bei mir nun so weit. Das Thema ist zwar so was von abgelutscht, dennoch fasziniert mich das einfrieren dieses kurzen Moments, in dem ein kleiner Tropfen auf die Wasseroberfläche plätschert. Bei mir haben solche Fotos den Impuls ausgelöst: Will ich auch mal machen.

Als ich gestern durch einen Tweet auf die Seite ‘How to Photograph Water Drops with One Speedlight‘ gestoßen bin, habe ich mich der Sache angenommen. Und ich muss sagen, es hat mächtig Spaß gemacht!

Das Licht entscheidet

Wie auf der Website und dem dort vorgefundenen Video erklärt, ist es praktisch, den Systemblitz zu entfesseln. Das funktioniert mit der Kombination Nikon D90 und dem Nikon SB-900 Blitzgerät auch recht gut. Der Blitz hat eingebaute Fotozellen, welche automatisch dann auslösen, wenn sie den Blitz der D90 wahrnehmen.

Allerdings gibt es zwei Einschränkungen bei dieser Verbindungsart: Zum einen kann man die Belichtungszeit der Nikon D90 nur auf eine maximale Geschwindigkeit von 1/200 Sekunde einstellen, zum anderen wird man nach einiger Zeit von dem Blitz der D90 ausgebremst. Er muss sich schlichtweg erholen. Das ist beim Fotografieren von Wassertropfen etwas blöd, denn hier kommt es auf viele Versuche an, bis der richtige Moment erwischt ist. Ich habe ungefähr 300 Bilder gemacht und rund ein Duzend interessante Aufnahmen erhalten.

Das Video erklärt, dass der Blitz nicht die Wasseroberfläche direkt, sondern je nach Wunsch eine weiße oder bunte Fläche hinter dem Wassergefäß anblitzen sollte. Dieses im übrigen in abgeschwächter Leistung. Ich habe den Blitz auf Blitzintensität von 1/32 eingestellt. Wie auf dem Foto zu erkennen, habe ich auf der gegenüberliegenden Seite noch einen Reflektor angebracht. Man muss hier die richtige Auf- und Einstellung ausprobieren.

Wassertropfen Making off

Als Blende empfiehlt sich 8, 11 oder kleiner. der Tropfen und das Umfeld müssen schön scharf sein, um zu wirken. Ich habe den Tipp übernommen und zum manuellen Scharfstellen einen Stift an die Stelle gehalten an der die Tropfen auftrafen. Sehr gut war der Tipp, den Weißabgleich auf Kunstlicht einzustellen. So ergibt sich direkt eine passende blaue Färbung in den Aufnahmen. Die Nachbearbeitung habe ich mit Color Efex Pro 3.0 Complete vorgenommen.

Aufbau

Als Gefäß für das Wasser ist eine schwarze Wanne empfohlen. Da ich so etwas nicht griffbereit hatte, habe ich eine Pfanne missbraucht. Da Pfannen für gewöhnlich rund sind, ist das wegen des Ausschnitts nicht optimal, aber was soll’s, es hat funktioniert.

Mit einer Klemme habe ich einen mit Wasser gefüllten Gefrierbeutel über der Pfanne angebracht und mit einer Nadel eingestochen. Nun noch die Kamera auf’s Stativ, das richtige Objektiv gewählt. Ich habe mein Nikon AF-S Zoom-Nikkor 24-70mm auf die 70er Brennweite eingestellt – und dann: Happy Shooting!

Hier eine Auswahl meiner Aufnahmen:

Mit einem Klick auf ein Foto startet eine Slideshow.




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    Kommentare

    3 Rückmeldungen zu “Obligatorische Wassertropfen fotografieren”
    1. Paddy sagt:

      Hehe, wollte ich auch schon immer mal machen, habe mich aber irgendwie noch nicht aufgerafft ;-)
      Zum SB-900: Mit dem kannst Du doch zusammen mit der D90 auch Kurzzeitsynchronisation einstellen und somit viel kürzer als 1/200 blitzen. http://nikoneurope-de.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/1709

    2. Thorsten sagt:

      Cooler Tipp! Werde ich mal ausprobieren, ob die Verkürzung der Zeit noch andere Ergebnisse bringt. Besten Dank für den Link.

    3. Florian sagt:

      Sehr gute Anleitung. Das werde ich auch mal ausprobieren. Man sieht am Thema “Wassertropfen fotografieren”, dass Fleiß und Know How oft zusammen kommen.

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