Warum fotografiere ich überhaupt?

Ich bin getroffen!

Von einem Stock. Nein, Stöckchen. Also virtuell. Eine weitere spaßige Sache, die ich vor dem Betreiben dieses Blogs nicht kannte: Man wirft sich Stöckchen zu, um eine Geschichte oder Frage fortzupflanzen. Diesmal geht es um die Frage: ‘Warum fotografiere ich überhaupt?’

Wenn ich es richtig verfolgt habe, dann bin ich der vierte Kandidat nach Ivan, dem Initiator der ganzen Aktion, der den Blog BlogNotitz.de betreibt, dann Micha, (VOXS PHOTOGRAPHY), gefolgt von Thorsten Veith, den ich über einen Stammtisch des Fotoburschen-Blogs kennengelernt habe. Thorsten ist auch derjenige, der mir das Stöckchen zugeworfen hat.

Ich habe zwar kürzlich in einem ‘Interview’ bereits zu diesem Thema auf dem Blog der Fotoburschen.de einiges zum Besten gegeben. Ich kann dem dort gesagten aber noch einiges hinzufügen, denn es gab noch weitere Ursachen, die meine Begeisterung für die Fotografie gefördert haben.

Grundsätzlich gibt es für mich zwei Gründe, warum ich fotografiere. Zum einen, weil mich natürlich das Thema an sich interessiert und zum anderen, weil die heutig Technik einem ambitionierten Hobbyfotografen einen barrierefreien Zugang zu dem Thema ermöglicht:

Warum alles begann

Abgedroschen, aber wahr: Ein Foto sagt mehr, als 1000 Worte. Fotos dokumentieren, Fotos beschreiben und ja, Fotos manipulieren auch manchmal. Kein Bericht in der Tagesschau, der nicht mit einem Foto illustriert wird. Kaum noch ein Artikel in einem Magazin, Tageszeitung oder Webportal, bei dem nicht die Lesebereitschaft oder das Verständnis mit Hilfe eines Fotos unterstützt wird.

Eines der größten Abendteuer der Menschheit – die Landung auf dem Mond – wurde durch die gestochen Scharfen Bilder der Hasselblad 500 EL erst richtig greifbar. Ich wette, die Anzahl der Verschwörungstheoretiker, die immer noch an der Durchführung des Apollo Programms zweifeln, wäre deutlich höher, wenn es die sensationellen Aufnahmen nicht geben würde. Damals wie heute zieht mich das Apollo-Programm und die Fotografien in Bann.

Buzz Aldrin fotografiert von Neil Armstrong

Ein weiteres Segment der Fotografie, das mich immer interessiert hat, ist die Sportfotografie. Angefangen hat alles mit einem Buch über die WM 1974 in Deutschland. Wer wurde da noch Weltmeister? Genau! Ich kann mich daran erinnern, dass ich im Nachhinein gern im folgenden Buch die Spiele noch mal erlebt habe. Dadurch kann ich mich heute noch sehr gut an viele Details fast aller Spiele der Deutschen erinnern.

Fussballbuch von der WM 1974

Da ich sportbegeistert bin, folgten dem Buch noch weitere Fotobände interessanter Sportveranstaltung. Allerdings blieb mir keins so in Erinnerung wie das von Hennes Weisweiler zur WM 1974.

Versuch 1.0

Ein Privileg der Jugend ist es, viele Dinge auszuprobieren. So wuchs bei mir der Wunsch, die zur Konfirmation freigeschaufelten Budgets der Verwandtschaft in eine Nikon EM nebst einiger Objektive anlegen zu lassen. So geschah es auch. Allerdings muss ich gestehen, dass ich die ganzen Mühen der Dunkelkammer total unterschätzt habe und ich die Kamera nicht wirklich zum glühen gebracht habe. Dafür hatte ich die 1979 angeschaffte Nikon EM sehr lange, bis Anfang der 90er. Die meisten Bilder sind nicht der Rede wert, nur einige haben es in die digitale Welt geschafft. Eines meiner Lieblingsbilder dieser Zeit ist ein Foto einer Schafherde, aufgenommen in einem kleinen Ort in Spanien:

Schafherde in Oropesa del Mar irgendwann in den 80ern, fotografiert mit einer Nikon EM

Immer schon gern fotografiert habe ich Personen. Mir klingelt noch der Satz meiner Mutter im Ohr, dass die Menschen sich schneller verändern, als die Gebäude. ‘Für die kannst Du Dir auch ein Buch kaufen’. Also habe ich mich als braver Sohn an die Anweisung gehalten:

Portrait aus den 80ern, fotografiert mit einer Nikon EM

Die digitale Technik macht’s möglich

Als Freund innovativer Technologien bin ich nach langer schöpferischer Pause wieder in das Thema eingestiegen. Große Speicherkarten und Festplatten sowie die Möglichkeiten der digitalen Dunkelkammer machen das Fotografieren zu einem größeren Vergnügen den je. Wie bei so vielen anderen Bereichen hat die fortgeschrittene Digitalisierung dazu beigetragen, ein Thema einer breiteren Masse mit viel geringerem Lern- und finanziellen Aufwand zugänglich zu machen.

Oben drauf kommt das Internet mit seinen Communities und Blogs rund um das Thema Fotografie. Es motiviert ungemein, sein Hobby mit anderen Verrückten zu teilen. Und: Informationen, Tipps und Tricks sind – aktuell und interessant aufbereitet – jederzeit griffbreit. Es gibt quasi keine Einstiegsbarrieren mehr. Das Hobby ist ein netter Ausgleich und fördert die Kreativität. In 2009, dem ersten Jahr, indem ich der Fotografie mit meiner Nikon D90 einen hohen Stellenwert in meiner Freizeitgestaltung eingeräumt habe, konnte ich soviel dazulernen, dass ich es in Zwanzig-zehn wissen will und ein tendenziell übermütiges Projekt gestartet habe: Projekt 365 – Jeden Tag ein Foto.

Der Nächste

So genug geschrieben. Jetzt gebe ich den Stab, äh, das Stöckchen weiter an Patrick Ludolph. Sein sensationeller Blog neunzehn72.de ist mit schuld daran, dass mich der Ehrgeiz gepackt hat. Also Paddy, “und warum fotografierst du?”

Über Thorsten
Absoluter Amateur auf dem Weg, das Fotografieren zu lernen. Über den RSS Feed oder Twitter könnt Ihr meine Entwicklung verfolgen. Feedback ist stets willkommen. Über die Kommentarfunktion oder per Mail.

Kommentare

4 Rückmeldungen zu “Warum fotografiere ich überhaupt?”
  1. Michael sagt:

    Schöner Artikel und immer wieder interessant etwas über andere Fotoverrückte zu erfahren. Vielleicht sieht ma sich ja mal bei einer gemeinsamen Tour irgendwann.

    Gruß
    Micha

  2. Ivan sagt:

    Cool, dass mein Stöckchen weitergegeben wird :-)

    Dein Artikel gefällt mir sehr gut. Sehr schön geschrieben. Dass die Landung auf dem Mond mit einer Hasselblad dokumentiert wurde, war mir neu. Ich find’s immer wieder interessant, die Geschichte zu hören, wie man zur Fotografie gekommen ist. Ich hab auch mit ‘ner analogen Nikon angefangen.
    Wenn das mal mit der Fototour klappt, sagt bescheid. Würde mich freuen.

    Grüße aus Frankfurt
    Ivan

  3. TF28 sagt:

    Vielen Dank zusammen! Ich habe Ende der 90er viereinhalb Jahre im Frankfurter Westend gewohnt und gearbeitet. Vielleicht sollte ich Euch dort mal besuchen kommen um ein wenig die Skyline zu dokumentieren…

    Schöne Grüße aus Hamburg
    Thorsten

  4. Ivan sagt:

    Klaro, komm vorbei. Frankfurt ist immer einen Besuch wert. Und im Westend hat sich viel getan seit den 90ern.

    Grüße
    Ivan

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