Aperture 3 – Einfach mal warten

Wie habe ich mich gefreut! Es war zwar abzusehen, aber dann doch plötzlich wurde letzten Dienstag Aperture 3 veröffentlicht. Natürlich habe ich mir nicht lange Zeit gelassen, meine präferierte Foto-Software in der neuesten Version herunterzuladen und zu testen.

Verbesserungen (wohl) zuhauf

Der erste Eindruck war super: Die neuen Funktionen und Verwaltungsmöglichkeiten hinterlassen einen guten Eindruck. So gefällt mir exemplarisch die Funktion ,Voreinstellungen’ besonders gut. Ich stelle mir vor, dass – ähnlich wie in der Lightroom-Community – schnell Tauschbörsen für diese Presets entstehen. Vielleicht werden ja sogar einige NIK-Plugins wie Color Efex Pro und Silver Efex Pro überflüssig? Das wäre nicht unbedingt schlecht, sind die Voreinstellungen jederzeit wieder rückgängig zu machen oder anzupassen.

Viel mehr positives kann ich zunächst allerdings nicht berichten. Denn plötzlich wurde auf der Entdeckungsreise mein Rechner lahm gelegt. Auch Aperture war auf Entdeckungsreise gegangen und wurde fündig: Gesichter. Sehr viele Gesichter! Aperture versuchte von nun an in meinen tausenden von Bildern die Konterfeis der fotografierten Personen zu identifizieren. Die Gesichtserkennung ist ja schön und gut, aber es wäre nett gewesen, mal gefragt zu werden. Das war’s für diesen Abend. Wie lange Aperture für die Aufgabe benötigte, bleibt im Verborgenen. Ich habe den Rechner über Nacht sich selbst überlassen.

NIK nur nach Neustart im 32-Bit-Modus

Am nächsten Tag dann mal ein Versuch mit Hilfe der NIK Plug-ins ein Bild zu bearbeiten. Das geht nun leider auch nicht mehr so einfach. Bevor man z.B. mit NIK Color Effex Pro Bilder bearbeiten möchte, muss Aperture neu im 32-Bit-Modus starten. Nun gut, nicht unbedingt Apertures Problem. Aber meins. Denn das dauert. Zudem stürzte Aperture beim ersten Versuch erst einmal ab. Beim zweiten Versuch lief Aperture soweit stabil, aber langsam. Die 64-Bit sind wohl dringend nötig. Und: Aperture weigerte sich nach der Bearbeitung, die veränderte Arbeitskopie richtig in der Vorschau anzuzeigen. Die Anpassungen kamen erst beim erneuten Start im 64-Bit-Modus zum Vorschein.

Dann wollte ich mal ein Foto exportieren. Das mache ich jeden Tag. Schließlich zwingt mich mein Projekt 365 dazu. Dabei setze ich gerne ein kleines – möglichst unauffälliges – Wasserzeichen. Das funktionierte bei Aperture 2 auch prima. Bei Aperture 3 nicht mehr. Egal was ich mache. Der bisher zierliche Namenszug setzt sich fett und quer über das Blid in Szene. Auch nicht schön.

Wohl erst mal warten

Ergo ist mein vorläufiges Fazit: Ich werde Aperture wohl noch etwas reifen lassen, wenn nicht noch ein Wunder passiert. Zum Beispiel müssen für meinen Workflow die NIK Plug-Ins in 64-Bit vorliegen. Von denen bin ich abhängig. Jedenfalls noch. Ausserdem möchte ich meine Wasserzeichen setzen und Aperture auch auf meinen iMac 27” in anständiger Geschwindigkeit verwenden können. Sollte ich mir doch noch mal Lightroom anschauen? Man, ich bin von Apple besseres gewohnt!

Update: Ich habe eine Kurzanleitung für den permanenten Start von Aperture 3 im 32-Bit-Modus gepostet. Damit umgehe ich zunächst die Problemantik beim Arbeiten mit den NIK Plug-ins Aperture immer neu starten zu müssen.

Update: Aperture 3.0.1 erschienen

Heute am 24. Februar ist ein Update von Aperture erschienen, wo die gravierendsten Fehler behoben sein sollen. Mal sehen, hier geht es zum Download des Updates Aperture 3.0.1 direkt auf der Seite von Apple.
Das Update funktioniert nicht mit der Testversion. Diese kann und muss komplett erneut geladen und installiert werden.

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    Kommentare

    5 Rückmeldungen zu “Aperture 3 – Einfach mal warten”
    1. Paddy sagt:

      Hmm, das hört sich ja nicht so prickelnd an. Ich hatte schon darüber nachgedacht Aperture 3 mal auszuprobieren, da die Screenshots echt sexy wirkten, aber das hier ist schon der zweite Bericht dieser Art.

    2. TF28 sagt:

      Ich glaube und hoffe, dass Aperture noch ‘reifen’ wird. So schnell werde ich auch nicht aufgeben. Im 64-Bit Modus rennt die Software ganz gut. Und die neuen Funktionen sind auch super.

      Ich hoffe, dass NIK schnell seine Plug-ins aktualisiert und ein zügiges Update die Unzulänglichkeiten von Aperture behebt.

    3. Ernst Haas sagt:

      habe mir aperture 3.0 gekauft, da meine Panasonic GH1 nur damit unterstützt wird. Die anfängliche Begeisterung mit partieller Bildbearbeitung, Qualität der RAW Bilder, Faces und Orte hat sich leider sehr rasch gelegt. Folgende gravierende Probleme: Abstürze ohne Ende; ich glaube ich habe in meiner gesamten Apple Zeit noch nie so viele Abstürze gehabt wie in den paar Tagen mit Ap3.

      Meine Datenbank besteht aus ca. 50.000 Fotos. Bereits beim Import hat es mehrere Anläufe gebraucht bis alle Fotos letztendlich in der Datenbank waren. Nachdem mein Quadcore Imac über Nacht gelaufen ist um alle unbekannten Gesichter zu finden, hat sich der Computer irgendwann verabschiedet. Nach mehreren Abstürzen hat Ap zwar irgendwann gemeint, jetzt alle Gesichter zu haben, nur hat er mir keine unbekannten Gesichter mehr angezeigt. Zu den wenigen gefundenen findet er keine ähnlichen Gesichter mehr und Gesichter händisch mit Namen zu versehen wird komplett verweigert, die Namen werden nicht angezeigt. Kurz und gut Gesichter aufgegeben.

      Bei der ersten Bearbeitung von neuen Fotos hat es nach Übernahme von Bildeinstellungen mittels “apfel shift v” erst richtig gecrasht. Ich konnte zwar die Maus noch auf dem Bildschirm frei bewegen aber weder über Tastatur noch über die Maus konnte ich meinen Imac dazu bringen irgendeinen Befehl auszuführen, es half nur die Brutalmethode über den Power Knopf. Nachdem ich dieses Erlebnis einige Male erlebt habe, habe ich vorerst die Finger von der Übertragung von Einstellungsdaten gelassen. Die neue Diashow ist von der Grundidee im Vergleich zu Lightroom ein echtes Erlebnis – wenn sie denn funktionierte…

      Bei der Mischung von Fotos und Videos wurden die Videos leider die halbe Zeit nicht angezeigt obwohl ich das Slideshow installiert habe.
      Abschließend kann ich nur hoffen, dass so schnell als möglich ein Update herauskommt, welches mit den gröbsten Fehlern aufräumt, damit ich die Vorteile zukünftig nutzen werde.

    4. Thorsten sagt:

      Hallo Herr Haas,

      vielen Dank für die Einblicke. Ich bin ja nur ein Hobbyfotograf und kann entsprechend hier und da geduldig sein. Aber wenn ich mich vorstelle, ich müsste damit meine Brötchen verdienen, dann wäre mein Verdruss über Aperture 3 umso größer.

      Gerade heute wieder wollte ich ‘nur kurz’ ein Foto ausdrucken. Denkste. Apertures Datenbank hing sich auf und ich musste den Rechner neu starten…

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    1. [...] Meine Meinung dazu ist: Als ich die ersten Screenshots von Aperture 3 gesehen habe war ich auch irgendwie ein bisschen neidisch. Geile Oberfläche, richtig Apple-like und einige coole Features. Aber ist das ein Grund zu wechseln? Nein, absolut nicht. Es wäre doch totaler Schwachsinn immer bei einer neuen Version von einem Programm zum anderen zu switchen, zumindest so lange die Unterschiede so geringfügig sind, wie die oben beschriebenen5. Wenn ich doch mit meinem Programm zufrieden bin, egal ob Lightroom oder Aperture, dann wechsle ich nicht. Ich bin eher froh, dass ich einen Workflow gefunden habe mit dem ich meine Bilder schnell bearbeiten kann. Außerdem gibt es dann auch immer wieder eine Kehrseite der Medaille, denn Martin beklagt Performanceprobleme und Thorsten hat Probleme mit den NIK-Tools. [...]



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